"Ask us anything" Live-Session

Foil Pumping Board Bau Teil 2

Hier findet ihr eure Fragen und unsere Antworten samt hilfreicher Links aus der Live-Session auf Instagram vom 28. November 2022.

Zu Teil 1 geht's hier.

Wie sieht es mit der optimalen Boardlänge und der Positionierung der Mastaufnahme aus? 

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Optimal fürs Pumpen ist ein mehr als schulterbreiter Stand. Das solltet ihr euch am besten mal auf dem Fußboden mit Klebeband oder auf einem Stück Pappkarton skizzieren. Als grober Anhaltspunkt für die Boardlänge ist in etwa: Körpergröße geteilt durch zwei


Das Board kann in unseren Augen am vorderen Fuß gerne abrupt und stumpf enden. Eine spitz zulaufende Nose ist im Grunde nicht notwendig und erhöht nur das Risiko, dass das Board bei Kontakt mit Steg oder Kaimauer beschädigt wird.

Ein anderer Aspekt zum Thema Boardabmessungen ist die Verfügbarkeit der Materialien: In welcher Länge sind Holzplatten oder Leisten verfügbar? Hier können die Materialkosten schnell in die Höhe steigen, wenn ihr Überlängen möchtet, oder es ist am Ende Material übrig. Glas- und Kohlefaser wird oft in 1 m Breite angeboten. Auch XPS-Platten sind in der Regel 1 m lang.

Die Mastposition kann sehr weit nach hinten verlegt werden, da beim Foil Pumping der Fuß direkt über dem Mast oder ein wenig davor, aber niemals dahinter platziert wird. Bei unserem EISVOGEL beträgt der Abstand zwischen den hinteren Mastplattenbohrungen und der Boardhinterkante ca. 7 cm. 

Habt ihr Erfahrung mit Finbox bzw. welche Erfahrungen habt ihr mit dem Einbau von Schienen?

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Zu diesem Thema haben wir einige Fragen von Euch bekommen. Viele haben den Punkt angebracht, dass sich der Markt aktuell noch stark entwickelt, sodass man mit Bohrungen ggf. ein sehr unflexibles Board in Bezug auf Mastposition und Foil-Marke hat. Hier zuerst ein kleiner Exkurs zu gängigen Bohrungen der Mastplatten: GONG nutzt im Prinzip immer 165 x 90 mm. Allerdings gibt es teilweise Bohrungen mit 163 x 90 mm. Aber wir nehmen tatsächlich an, dass das ein Versehen war. Die deutsche Marke hydrofoil.de hatte ursprünglich 160x90 mm, aber mittlerweile sind sie ebenfalls auf 165 x 90 mm umgestiegen. Auch Indiana hat inzwischen durchgängig dieses Maß. Somit scheint es, dass die Hersteller 165 mm als Standardmaß etablieren.

Nun zu den Erfahrungen mit Finboxen: Wir haben zwei Boards mit Finboxen gebaut (mehr zum Einbau von Finboxen siehe ganz unten). Doch das Einkleben der Finboxen ist kompliziert und anspruchsvoll. Das darf man nicht unterschätzen. Des Weiteren muss das Board mindestens 3 cm dick sein, damit die Finboxen eingebaut werden können. Und zudem bringen die Finboxen zusätzliches Gewicht in das Board, etwa 100 g je Finbox.

 

Wir würden daher raten, zu überlegen, ob man tatsächlich unterschiedliche Mastplatten gleichzeitig fahren möchte. Wenn ihr dauerhaft auf einen anderen Foil wechselt, könntet ihr die gebohrten Löcher an eurem Board mit Spachtel auffüllen und neue bohren.

Die Möglichkeit, die Mastposition variieren zu wollen, ist für uns kein Argument für eine Finbox. Unserer Meinung nach braucht es kein Trimmen der Hardware. Wenn man meint, der Mast müsse 3 cm nach vorne, kann man alternativ seinen Fuß auch 3 cm weiter hinten auf dem Board platzieren.

Wozu die Metallhülsen in den Mastbohrungen?

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Nach dem Bohren ist das Holz in den Löchern nicht mehr versiegelt und kann Wasser ziehen. Unser Hintergedanke dabei war, dass die Metallhülsen nicht nur versiegeln, sondern auch die Druckkraft der Schrauben besser aufnehmen können, sodass der Holzkern nicht zerdrückt wird.

Im Grunde reicht es auch, wenn ihr zum Beispiel bei der Verwendung von M8 Schrauben eine 10 mm-Bohrung macht, diese mit Epoxidharz auffüllt und im Anschluss die finalen 8 mm-Bohrungen setzt. Oder auch, wenn ihr nur mit einem Pinsel das Harz in den Bohrungen auftragt. Das Holz saugt das Harz förmlich auf und versiegelt es damit.

Wie macht ihr das Finishing?

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Bei diesem Thema fallen oft die Stichworte „Hot Coat“ und „Gloss Coat“.

Nach dem Laminieren ist die Oberfläche normalerweise nicht glatt. Die Struktur des Gewebes bildet sich an der Oberfläche ab oder es kann lokal zu Fehlstellen mit zu wenig Harz oder Poren kommen. Unter Hot Coat versteht man eine Schicht Epoxidharz, die ohne Faserverstärkungen wie ein Lack aufgetragen wird, um Fehlstellen zu versiegeln bzw. eine glattere Oberfläche zu erhalten. Es ist also eine funktionale Deckschicht. Meist wird hierfür dasselbe Harz verwendet wie für das Laminieren der Lagen darunter. Beachten solltet ihr allerdings, dass sich nicht jedes Harz in dünnen Schichten aufpinseln lässt. Dann kann es aufgrund der Oberflächenspannungen zu Orangenhaut und Kratern kommen. Wichtig ist zudem in jedem Fall, dass ihr den Untergrund anschleift und gut entfettet.

Der Gloss Coat ist dann tatsächlich nur eine optische Sache. Diese Harze bzw. Lacke werden aufgetragen, um nach feinem Schleifen oder Polieren eine Hochglanzoberfläche zu erzeugen. Das kann sehr schick aussehen, doch wir sind eher praktisch veranlagt. Für uns braucht es keine weiteren Chemikalien und Schleifarbeiten, die nur mehr Mikroplastik produzieren. Im Sinne der Nachhaltigkeit entscheiden wir uns gerne für den Shabby Chic.

Mit welchem Material verziert ihr eure Boards? 

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Wir haben auf allen Boards, die bisher auf YouTube zu sehen sind, unsere Motive  

mit Acrylfarbe aufgemalt. Acrylfarbe ist resistent gegen das Epoxidharz und verläuft nicht. Edding wird zum Beispiel aufgelöst und verläuft.


Bei unserem EISVOGEL haben wir das Motiv des Eisvogels auf Papier ausgedruckt, ausgeschnitten, mit Klebestift aufgeklebt und danach überlaminiert. Aber das empfehlen wir nur bei sehr kleinen Motiven (der Eisvogel ist ca. 3 x 4 cm groß), da das Papier bei größeren Motiven eine Trennschicht zwischen dem Harz und dem darunterliegenden Holz bilden könnte. Den Eisvogel lassen wir übrigens mit einem Laserstrahldrucker ausdrucken. Mit Tintenstrahl-Drucken haben wir bisher keine Erfahrungen gemacht. 

Was ist eurer Meinung nach der beste Standbelag?

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EVA Traction Pads mit Diamantmuster sind wohl die gängigste Methode, Ausrutscher auf dem Board zu vermeiden. Oft gibt es das Material nur in XXL, sodass man gleich fünf Boards bauen könnte. Deswegen bieten wir ein Traction Pad in den Abmessungen 65 x 34 cm in unserem Shop an.

Eine Alternative sind Korkmatten (mehr zu Kork siehe ganz unten). Hier sollte man auf keinen Fall den billigsten Kork nehmen, also kein brüchiges Material, was zur Trittschalldämmung verwendet wird. Hochwertigen Kork in verschiedenen Dicken gibt es zum Beispiel in Schuhmacherwerkstätten.


Eine weitere Möglichkeit ist Standlack, den man mit einem Pinsel wie gewöhnliche Farbe aufträgt. Durch das darin enthaltene Granulat hat euer Board nach dem Lackieren eine rutschhemmende Oberfläche. Da Standlack auf Windsurfbrettern verwendet wird, könnt ihr ihn in Windsurfshops kaufen, zum Beispiel hier.

Eine einfache, aber ebenfalls gute Anti-Rutsch-Lösung ist die Verwendung von Surfwachs.

Was muss ich beim Arbeiten mit Epoxidharzen beachten?

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  • Eine Atemmaske müsst ihr bei der Verwendung von lösungsmittelfreien Epoxidharzen nicht zwingend tragen, aber euer Arbeitsraum sollte gut durchlüftet sein.
  • Beim Laminieren verwendet ihr wegen der Durchlässigkeit insbesondere des Härters am besten Nitril- oder Vinylhandschuhe statt Latexhandschuhe. Bei längeren Arbeiten empfiehlt es sich, zwischendurch neue Handschuhe anzuziehen.
  • Beim Schleifen solltet ihr eine Maske (z.B. FFP2) tragen. Den Schleifstaub unbedingt wegen des enthaltenen Mikroplastik in den Restmüll geben – und nicht feucht aufwischen und im Ausguss entsorgen.


Weitere Grundlagen und Praxistipps zur Verarbeitung von Epoxidharzen sind in dieser PDF-Broschüre von der Firma HP-Textiles sehr informativ zusammengestellt.

Mehr zum Einbau von Finboxen

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Mehr zu Kork

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Boardbau von A bis Z

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